Werbung

Es wird viel geschrieben über Reklame. Insbesondere ist die Werbung auf mobilen Endgeräten im Augenblick ein Hype-Thema.

Situation

Eine kleine Befragung in meinem Bekanntenkreis zeigt jedoch, dass sowohl die Spots vor dem gewünschten YouTube-Video, wie auch Werbeeinblendungen auf mobilen Endgeräten eher kontraproduktiv als gewinnbringend für den Auftraggeber angesehen werden. Übrigens ist diese nicht repräsentative Meinungs-Erhebung bei Personen im Alter von 16 – 62 Jahren durchgeführt worden; Männlein und Weiblein im Verhältnis von 60 / 40.

Was läuft falsch?

Bereits vor 15 Jahren habe ich meinem damaligen Chef «Pepe» gesagt, dass Werbebanner auf dem Medien-Portal wohl kaum ein Geschäftsmodell für die Zukunft sind. Da sich jedoch «Kreti und Pleti» gewohnt sind in Zeitungen Werbung zu schalten, hält sich das «Inserieren» auf News-Portalen nach wie vor.

In einer Diskussion mit einem Werber hat dieser mir - vor etwa 3 Jahren – gesagt: «Werbung animiert und kann nicht, nicht mehr gemacht werden». Mit dieser Meinung stimme ich vollkommen überein; aber ich finde die Geschäftsmodelle die heute praktiziert werden sind nicht wirkungsvoll.

Was funktioniert?

Google – wie könnte es auch anders sein – funktioniert. Ich suche über einen Begriff etwas und erhalte, bezahlte und organische Resultate geliefert. Diese Resultate stimmen mit meinem aktuellen Bedürfnis, meiner Suchanfrage gut überein.

Das Remarketing funktioniert auch nicht schlecht. Zumindest, solange bis ich mein Bedürfnis mit einem Kauf befriedigt habe. Danach ist diese Werbung obsolet und nervt beim ewigen Einblenden.

Facebook-Ads funktionieren. Hier ist aber ein direkter Geschäftsabschluss – zumindest für unser Business – eher schwierig. Aber - Facebook-Werbung wird auch sehr gerne überlesen, respektive nicht beachtet. Bei dieser Plattform kommt es sehr stark auf die Form der Kommunikation und noch viel mehr auf die Art des beworbenen Inhalts an. Auf Facebook wollen die Besucher unterhalten werden. Sie suchen Entspannung und Humor, weniger aber Ernsthaftes (politische Polarisierungen ausgenommen …).

Werbeschaltungen auf Portalen gehen in vielen Fällen immer noch nach dem alten Prinzip der Masse und Streuung. Ich bezweifle jedoch stark deren Wirksamkeit. Was interessiert mich Banner von Jaeger-LeCulture im Wirtschaftsteil der NZZ wenn ich mich über die «Zürich Versicherung» informieren will. Was interessiert mich der rechtsliegende «Fleck» der Universität Lichtenstein mit dem Titel «LL.M. In International Taxation» auf derselben Seite. Die beiden Angebote machen mich (und ich denke viele andere auch) weder «gluschtig» noch sind sie informativ zum gesuchten Inhalt.

Genau auf diesen grossen Portalen fehlen spannende, innovative, den potenziellen Kunden animierende, griffige Konzepte für die Werbeschaltung; seit Jahren. Aber nicht nur fehlen die Geschäftsmodelle, sondern auch zum grossen Teil die Bereitschaft der Portalbetreiber umzudenken, erfinderisch zu sein und Neues zu probieren. Ich will nicht die Schuld diesen Portalbetreibern geben. Auch Auftraggeber und Kreative glänzen nicht mit dem unbedingten Willen Neues zu verwirklichen / Frisches zu probieren.

Also wie dann, bitte?

Kritisieren ist einfach. Und ich werde mich hüten hier einen konzeptionellen Ansatz zu veröffentlichen. Dazu fehlen mit elementare Informationen der Plattformbetreiber.

Im Zusammenhang mit dem viel zelebrierten Wort BIG DATA, sehe ich viele Möglichkeiten der Plattformbetreiber, Anbieter und Kunden zusammenzubringen und einen Geschäftsabschluss zu erreichen. Das ist ja letztendlich das Ziel von Werbung – oder?

Gehen wir zurück zum Wirtschaftsteil der NZZ und dem erwähnten Beispiel der «Zürich Versicherung». Ich komme auf die Übersicht zu den aktuellen Themen. Diese Seite enthält keine Werbebotschaften. Ich klicke auf den Artikel über die «Zürich Versicherung» und – aktuell werden mir die bereits erwähnten Banner angezeigt sowie im Inhaltsbereich – auch rechtsliegend – die Eigenwerbung «Sonderbeilage Gotthard in der NZZ am Sonntag» sowie den «Market-Mover-Monitor, welcher von «Sentifi» gesponsort wurde. 

Und – interessiert das? 

Am Seitenfuss – vor den aktuellen Artikeln - sind die gesammelten Werbebotschaften von Opel, MINI, Swissquote, Ferien am Achensee sowie – oh Wunder - der Generali-Autoversicherung. 

So what!

Abgesehen von der Generali-Versicherung stehen alle anderen Themen nicht in Relevanz zu dem ausgewählten Artikel. Schlimmer noch – auf dem Handy ist keine der erwähnten Werbeflächen sichtbar.

Wie wäre es, wenn – sofern Kampagnen gebucht – Versicherungen hier erscheinen; oder ähnliche Angebote wie Banken und 3 Säule etc. Oder bei einem Artikel zur Rüstungsindustrie – Werbung für Einbruchwarnanlagen. Oder bei einem Artikel zum FC-Basel Reklame für Sport oder … oder… oder

In meinem Kopf sind noch so viele Ideen.

Ach ja – wenn Sie innovativ sein wollen, keine Möglichkeiten zum Voraus ausschliessen wollen und erfolgreicher Ihre verfügbaren und geplanten Mittel einsetzen möchten – unsere Adresse steht in der Fusszeile. Merci.

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